Unser neues Projekt: MiMi-Gewaltprävention

Das Ethno-Medizinische Zentrum in Hannover gibt Anleitungen

Gewalt ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen und Kinder. In Zeiten von Ausgehbeschränkungen sind viele Menschen zu Hause und Familienmitglieder verbringen sehr viel Zeit auf engem Raum miteinander.Dies kann zu einer Verschärfung von häuslichen Konflikten führen. Auch Geflüchtete sowie Migrant/innen sind hiervon in besonderer Weise betroffen.

Bereits in zehn Bundesländern klären MiMi-Mediator/innen ihre Landsleute in ihrer Muttersprache über Gewaltprävention in Deutschland auf – ab sofort auch im Saarland. Mit Migranten, für Migranten. So machen wir Menschen gemeinsam stark.

Layla Emmerich, bisherige Leiterin unseres MiMi Gesundheitsprojektes, ist Standortkoordinatorin für das neue Projekt. Sie möchte sich zunächst bei den vielen Mediator/innen bedanken und stellt dann das neue Projekt vor:

Auch MiMi – aber etwas anders

Die MiMi-Gesundheitsinitiative war 2019 ein großer Erfolg im Saarland. Als Standortkoordinatorin in dem Projekt hatte ich das Privileg viele engagierte Menschen aus den verschiedensten Ländern kennenzulernen und gemeinsam mit Ihnen etwas Tolles im Saarland zu schaffen!

An dieser Stelle möchte ich allen Mediator/innen des Gesundheitsprojektes ganz herzlich danken! Ihr habt so viel geleistet für Migrantinnen und Migranten im Saarland. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht mit euch zu arbeiten.

Leider wurde das Projekt nicht weitergefördert und so mussten wir unsere Projektaktivitäten beenden. Doch kurz darauf bot sich uns eine neue Chance und wir sind jetzt sehr froh und stolz darüber ein Teil des MiMi-Gewaltpräventionsprojektes zu sein.

Das Projekt wurde ebenfalls vom Ethnomedizinischen Zentrum entwickelt und wird von der Annette Widmann-Mauz gefördert, der Bundesbeauftragen für Integration. Die Förderlaufzeit dieses Projektes ist zwei Jahre und ich freue mich sehr auf diese Zeit und die neuen Aufgaben.

Doch worum geht es in diesem Projekt eigentlich?

Ziel des Projektes ist, dass jede Frau und jedes Mädchen den gleichen Zugang zu Schutz und allen Angeboten erhält, um ihr Leben selbstbestimmt und gewaltfrei  gestalten zu können. Unabhängig von sprachlichen oder kulturellen Barrieren.

Wir werden dieses Jahr zu diesem Zweck Migrantinnen und geflüchtete Frauen als Multiplikatorinnen ausbilden, damit sie andere Frauen in ihren Communities über ihr Möglichkeiten und Rechte muttersprachlich und kultursensibel informieren können. Nächstes Jahr wird es dann eine äquivalente Multiplikatorenschulung für Männer geben. Alle Multiplikator/innen werden regelmäßige Supervisionen erhalten und die Möglichkeit an Vertiefungsschulungen teilzunehmen.

Wir werden Fachkräfte, die in der Migrationsarbeit tätig sind, schon im Mai 2020 zum Thema „Psychologische Aspekte der Gewaltspirale im Umgang mit Migrant/innen und Geflüchteten“ sammeln.

Weitere Informationen zu allen Projektbausteinen im Saarland erhaltet ihr regelmäßig hier, auf Facebook oder im persönlichen Kontakt: l.emmerich(at)ankommen-saarland.de

Weitere Informationen zum bundesweiten Projekt gibt es hier:

https://www.mimi-gegen-gewalt.de/