Am Puls der Zeit - MiMi-Gewaltprävention

Migranten unterstützen Migranten in schwieriger Zeit

Wer hätte im Februar 2020 gedacht, dass das Thema “häusliche Gewalt” weltweit so eine Brisanz entwickeln würde? Beim Netzwerk ANKOMMEN und bei der LAG PRO EHRENAMT wurde das Thema grundsätzlich als sehr wichtig angesehen und nun sind wir bei der LAG aufgrund der besonderen sozialen Folgen der C-Pandemie  –leider- genau am Puls der Zeit. 

Ständiger multikultureller Zuwachs:

Das Saarland kann seit einigen Jahren den stetigen Trend eines multikulturellen Zuwachses verzeichnen. Aus den Zahlen des statistischen Landesamtes geht hervor, dass sich zwischen 2014 und 2017 der Anteil der ausländischen Mitbürger/innen im Saarland um 36% erhöht hat. So sind im Jahr 2017 rund 105.000 ausländische Mitbürger/innen zu verzeichnen. Das entspricht einem Anteil von knapp 11% an der saarländischen Bevölkerung. Die zehn größten Migrant/innen-Gruppen im Saarland waren im Jahr 2017 Bürger/innen mit folgenden Staatsangehörigkeiten: syrisch, italienisch, türkisch, rumänisch, französisch, polnisch, luxemburgisch, bulgarisch, russisch, bosnisch-herzegowinisch.

Bedarf an zielgruppenadäquaten Informationsangeboten rund um Gewaltprävention und Selbstschutz: 

Nachdem im vergangenen Jahr die MiMi-Gesundheitsinitiative sehr erfolgreich umgesetzt werden konnte, war es Ziel die geschaffene Infrastruktur und Vernetzung synergetisch für das Gewaltprojekt zu nutzen, um auch im Saarland allen Frauen den gleichen Zugang zu Schutz- und Beratungsangeboten bieten zu können - unabhängig von sprachlichen oder kulturellen Barrieren.  

Vernetzung ist in einem kleinen Bundesland wie dem Saarland ein sehr wichtiger Baustein für den Erfolg eines jeden Projekts. Deshalb war es notwendig die MiMi-Gewaltprävention im Saarland bekannt zu machen mit unserem großen Netzwerk der Initiative „ANKOMMEN“. Eines der Ziele war und ist die nachhaltige Vernetzung der Teilnehmenden der Mediatoren/innen-Schulung – untereinander, mit Institutionen im Bereich Gewaltschutz und Beratung und mit landesweiten Migrationsstellen und Angeboten rund um das Thema Migration. Dadurch soll in der Zielgruppe eine Stärkung des Selbstbewusstseins, der Eigeninitiative und selbstverständlich des persönlichen Schutzes gefördert werden. 

50-stündige Mediatorenschulung:  

 Organisatorischer Schwerpunkt war die Durchführung einer 50-stündigen Mediatorinnnenschulung mit 15 Teilnehmerinnen in 2020. Die Themen der Schulung waren und werden unter anderem sein:Migration, Flucht und Gewalt, Grundlagen (sexualisierter) Gewalt, Täterstrategien und Risikofaktoren bezüglich (sexualisierter) Gewalt,Hilfe, Schutz und Verfahren für Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, Signale Folgen und Traumata bezüglich (sexualisierter) Gewalt, Rechtliche Aspekte, Handlungsempfehlungen zum Selbstschutz und zum Schutz von Frauen, die (sexualisierte) Gewalt erfahren und Methodik und Didaktik.

Fachkräftefortbildung im Juni 2020:

Im ersten Halbjahr wurde eine Fachkräftefortbildung am  8.6. und am 10.6.2020 als  eine zweiteilige Fortbildungsreihe zum Thema „Psychologische Aspekte der Gewaltspirale im Umgang mit Geflüchteten und Migrant/innen“ durchgeführt.

 Aufgrund der Corona-Beschränkungen fand das Seminar online mit der Software Bluejeans statt, was sich jedoch nicht als Einschränkung erwies und insgesamt gut funktionierte. Im Vorfeld wurde eine Testsitzung angeboten, damit alle Teilnehmerinnen sich vorab einwählen und mit der Software befassen konnten, um somit einen reibungslosen Ablauf am eigentlichen ersten Seminartag zu haben. Viele Teilnehmerinnen nahmen dieses Angebot in Anspruch und so konnten wir das Seminar pünktlich am 8. Juni starten. Insgesamt nahmen 16 Teilnehmerinnen an dem Seminar teil, die aus verschiedenen Berufsfeldern kamen, etwa aus der Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, von der Polizei, Beraterinnen, Hebammen, Familienhelferinnen, oder Sozialarbeiterinnen. Diese Diversität wirkte sich positiv auf die Interaktion aus, da die Teilnehmerinnen das Seminar mit verschiedenen Erfahrungsberichten und Perspektiven bereicherten. 

Kontakt zu der Projektleiterin Layla Emmerich, Tel. 0681/3799-264, Email l.emmerich@ankommen-saarland.de