Ukrane-Hilfe - vernetzen, verbinden, fördern, helfen

House of Resources (HoR) der LAG stellt für geflüchtete ukrainische Studenten Raum und PCs zur Verfügung

 Die LAG PRO EHRENAMT SAAR e.V. stellt für geflüchtete ukrainische Studierende und für deren ehrenamtliche Helferinnen und Helfer kurzfristig PC- und WLAN-Angebote im Nauwieser Viertel in Saarbrücken zur Verfügung. Sie macht dies im Rahmen des Projekts »House of Resources« (HoR) und des Netzwerks Ankommen.  Die sechs Arbeitsplätze in der Nauwieserstr. 52 können seit dem 29. März bis einschließlich 30. April jeweils dienstags und mittwochs von 9 bis 15 Uhr kostenfrei genutzt werden. Derzeit stehen drei Laptops sowie Drucker und Scanner zur Verfügung.  Da die Plätze begrenzt sind, bitte die HoR-Projektleitung um vorherige Anmeldung. 

Die Mitarbeiterinnen vor Ort sprechen deutsch, englisch, türkisch und arabisch. Ansprechpartnerinnen sind die Koordinatorin und Projektleiterin des House of Resources, Emine Isgören und Büşra Çokal.

»Integration lässt sich nicht staatlich anordnen«, sagt Isgören, »es braucht zivilgesellschaftliche Akteure und engagierte Bürgerinnen und Bürger«. Und die sollen sich vernetzen. HoR ist ein ambitioniertes Projekt, das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge initiiert wurde und bundesweit an zwanzig Standorten gefördert wird. Die Projektförderung läuft drei Jahre.  Alle HoRs haben die gleichen Grundbausteine: Empowerment, Technik- und Raumverleih, Mikroprojektförderung und Vernetzung. 

In Saarbrücken begann das House of Resources Saar im letzten Jahr mit seiner Arbeit. HoR kooperiert sehr eng mit dem Zuwanderungs- und Integrationsbüro (ZIB) der Landeshauptstadt. Corona hat den Start allerdings sehr erschwert. Die geplante Auftaktveranstaltung im Saarbrücker Rathaus musste pandemiebedingt abgesagt werden, die so wichtigen Präsenz-Treffen mit Initiativen und Organisationen waren nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Jetzt will das Team in Kooperation mit der Landeshauptstadt Saarbrücken durchstarten.   

Das House of Resources Saar hat es sich zum Ziel gesetzt, Vereine, Migranten-Organisationen oder interkulturelle Initiativen, die bürgerschaftliches Engagement als ein Mittel für den Zusammenhalt der Gesellschaft verstehen, zu stärken und eine Hilfe  bei ihrer Weiterentwicklung zu sein. »Empowerment durch Beratung und Qualifizierung« heißt Hilfe zur Selbsthilfe. Es werden Räume und technische Ressourcen zur Verfügung gestellt, daher auch der Name »Haus der Ressourcen«.  Wichtig ist das Bewusstsein, dass allen Menschen - unabhängig ihrer Herkunft, Religion oder Geschlechts – eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden soll. 

HoR berät ganz konkret: Wie stelle ich Anträge bei Stadt, Regionalverband oder Land, wer fördert Projekte, wie baut man solche Projekte auf? Wie vernetzen wir uns, damit nicht jeder das Rad neu erfinden muss? Wie gründen wir einen Verein? Was ist dabei zu beachten? Welche Veranstaltungsformate kommen gut an?   

Eine zweite Säule der Arbeit ist die Bereitstellung von Infrastruktur und Räumen. Dies ist gerade jetzt topaktuell, wenn die LAG ihr Nauwieser Räume für ukrainische Studierende zur Verfügung stellt.  HoR bietet auch Hilfsmittel für Moderationen, Veranstaltungstechnik und damit »Handwerkszeug« für die praktische Arbeit an. All diese Angebote sind kostenfrei, da sie teil der Projekt-Arbeit sind. Zwischen Oktober und Dezember 2021 haben fünf verschiedene Migrationsorganisationen bzw. Initiativen den Raum in der Dudweilerstraße 37 in Saarbrücken für verschiedene Aktionen genutzt. Vom Konversationstraining für Frauen über Nähkurse bis hin zum Verpacken von Weihnachtstüten einer Jugendgruppe für die Burbacher Impfaktion reichten die Aktivitäten in der zentralen Anlaufstelle.  

Zwei weitere Säulen sind die konkrete Vernetzung und die Förderung von Mikroprojekten. Es müssen nicht immer die großen Projekte sein.  »Wir wollen zusammenwachsen«, sagt Emine Isgören. ZU den Netzwerkpartnern neben de Landeshauptstadt und Regionalverband gehören Vereine wie Dar-In e.v. und ELFE e.V. 

Nach der Konzeptphase haben die ersten Veranstaltungen im Januar begonnen. Ein Podcast-Workshop mit Büşra Çokal Und Camilo Berstecher machte den Anfang. Nach diesen erfolgreichen Start folgte das Miniprojekt Wahlbeteiligung und Wahlhilfe in Kooperation mit dem ZiB der Landeshauptstadt.  Es gab Treffen mit der Landtagsabgeordneten Susanne Kasztantowicz, mit Bürgermeisterin Barbara Meyer, eine virtuelle Landtagsbesichtigung, eine Mahnwache für die Opfer des Mordanschlags von Hanau in Kooperation mit den Jungen Denkern, BARIS, DAJC, Exodus und fugee films.  Da es bei der Mahnwache zu einer Störung durch Rechtsgerichtete kam, folgte eine sehr offene Nachbesprechung mit Polizei und Bürgermeisterin. 

Ein Projekt zum Weltfrauentag, Diskussionen und Fortbildungen auf Landes- und Bundesebene, Workshops des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, die Beteiligung an einem halben Dutzend Arbeitskreisen und zahlreiche virtuelle Netzwerktreffen runden die Aktivitäten ab.   

In der Entwicklung und Ausarbeitung ist die Mikroprojektförderung. Dort liegen bisher acht Anträge vor. 

Auch Themen wie Videokonferenzen für Einsteiger, Webseminare für Migrantinnen und Migranten, digitale Werkzeuge und systemische Gesprächsführung stehen auf der Agenda.   

LAG-Präsident Armin König sieht im HoR-Projekt »großes Potenzial weit über die Landeshauptstadt hinaus«. Die Projektmitarbeiterinnen seien sehr engagiert. »Das ist Graswurzelarbeit. Das stärkt die Demokratie in der Stadt und im Land.«  

Die Adresse lautet: Netztwerk ANKOMMEN, Nauwieserstraße 52, 66111 Saarbrücken, Ansprechpartnerin: Frau Emine Isgören , Koordinatorin House of Resources und Netzwerk ANKOMMEN

Verantwortlich für die Presseerklärung: Dr. Armin König, Präsident der LAG PRO EHRENAMT e.V., 01777409000